Mittagessen

Auch Ärzte sind nur Menschen und haben ganz normale Bedürfnisse wie jeder andere auch. Hierzu zählt beispielsweise die Nahrungsaufnahme. Dies erledigt man mitunter gern in Gesellschaft von Kollegen. Nun kommt es jedoch vor, dass sich die Mitstreiter gerade in Gesprächen mit Patienten, Angehörigen, etc. befinden. Es haben sich daher entsprechende Codewörter heraus gebildet, den Kollegen ganz diskret den Gang zum Mittagessen zu signalisieren. So heißt es zum Beispiel, dass ein dringendes „Gastroenterologisches Konsil“ ansteht oder man eine Frage zur „Magen-Darm-Passage“ hat. Was sind eure Schlagworte?

Die Innere Liste

Mal zu einem etwas ernsteren Thema: Alles was uns wiederfährt – Gutes wie Schlechtes – das halten wir fest auf einer inneren Liste. Und am Ende des Tages, am Ende des Lebens ziehen wir Bilanz – manchmal auch zwischendrin als Zwischenbilanz. Dann wiegen wir alles gegeneinander auf. Ich habe mal gelesen für eine negative Erfahrung, die wir machen, brauchen wir zehn positive, um in der Bilanz eine „null“ stehen zu haben.

Neben dieser Liste führe ich als Arzt aber noch eine ganz andere Liste. Es wäre übertrieben diese als „Todesliste“ zu bezeichnen. Aber streng genommen läuft es letztendlich darauf hinaus. Eine immer länger werdende Liste mit Namen der behandelten Patienten, die heute nicht mehr unter uns weilen – aus verschiedenen Gründen. Patienten, deren Namen allmählich im Sog der Zeit verblassen, die uns jedoch hin und wieder als Geister der Vergangenheit mitunter in unseren Träumen aufsuchen und mit dem Finger auf uns zeigen. Bei denen wir uns fragen: „Haben wir alles nötige in unserer Macht stehende getan um zu helfen?“ Auch wenn das individuelle Schicksal ehrlicher Weise im Laufe der Zeit in den Hintergrund tritt, so stellt man sich doch hin und wieder die Frage, ob es hätte anders Laufen können.

Doppelleben

Als Mediziner führt man zwangsläufig irgendwann ein Doppelleben. Da gibt es zum Einen das Leben als Arzt, als Symbol des Halbgottes in Weiß, gesandt um den Geist und Körper der Menschen zu heilen, voller Wissen und Weisheit mit gesalbten Händen. Und es gibt auch den Teil, der nach Beginn des Feierabends zum Vorschein kommt – wenn der Kittel an den Nagel gehangen wird, die weiße Weste abgelegt und der Staub des Tages abgeklopft, die Blutflecken und anderen Körperflüssigkeiten als Überbleibsel der vergangenen Stunden abgewaschen und die Hände in Reinheit des Desinfektionsmittels getaucht werden. Wohl war, es entscheidet jeder selbst wie viel Arbeit des Tages er mit nach Hause nimmt und in dem ein oder anderen Gedanken oder Traum überarbeitet.

Weihnachtsfeier

Jedes Jahr neigt sich dem Ende zu. Und so wird es auch jedes Jahr aufs neue Zeit für die alljährliche Jahresabschlussfeier – oder einfach kurz gesagt W E I H N A C H T S F E I E R. Das Unternehmen wendet hierbei jedes Jahr entsprechende Mittel auf und scheut keine Kosten und Mühen, um den treuen Mitarbeitern einen Dank für die geleistete Arbeit auszusprechen und die Möglichkeit zu geben, den harten Arbeitsalltag einmal hinter sich zu lassen. Bei diesen Feiern bekommt man nicht nur die Möglichkeit, den Kolleginnen und Kollegen einmal auf der Tanzfläche näher zu kommen, sondern auch an Ihnen ganz neue Seiten zu entdecken. In dem ein oder anderen schlummern nämlich ganz ungeahnte Talente, die nur darauf warten durch ein paar Schlucke Sekt und Glühwein zum Leben erweckt zu werden. Manch einer entpuppt sich zu einer richtigen Stimmungskanone, der andere eher zur Spaßbremse. Der nächste als Komiker, der Übernächste als Tanzbär unter Tanzmäusen. Überaus interessant sind auch die Verhaltensweisen der Vorgesetzten und Chefs. Diese erscheinen teilweise sogar fast menschlich und auf einmal nahbar. Ein ganz wesentlicher Punkt bei solchen Anlässen ist das Prinzip „Kleider machen Leute“. Und so findet man meist alles vertreten von grauer Maus zu Sexbombe im atemberaubenden Abendkleid. Da macht man sich nicht zu Unrecht vorher Gedanken zu welcher Kategorie man gezählt werden möchte.

Dienstplanung

Jeden Monat erneut das leidige Thema: Wer arbeitet wann? Eine zugegebenermaßen nicht ganz unwesentliche Frage wenn es darum geht Familien- und Freizeitplanung zumindest ansatzweise mit der Arbeit in Einklang zu bringen. Doch genau da fangen schon die Probleme an. Kollege XY ist an diesem und jenem Tag verhindert, Kollegin XX ist aktuell erkrankt und fällt voraussichtlich die nächste Zeit aus. Dies alles gilt es schon im Voraus zu berücksichtigen. Irgendwann wird dann der Punkt erreicht, die erforderlichen Diensttage auf die verbleibenden Mitarbeiter aufzuteilen, damit diese ihre Freitage planen können. Hierbei kommt es jedoch immer wieder zu Unstimmigkeiten und Missgunst – insbesondere wenn eine ungleichmäßige Verteilung auf die einzelnen Mitarbeiter deutlich wird. Dabei gilt nämlich noch lange nicht das Prinzip der Gleichberechtigung. Vielmehr erscheint oft ein umgekehrtes Darwinistisches Prinzip des Rechts des vermeintlich Schwächeren vorherrschend zu sein.

Die lustigsten Einweisungs- und Aufnahmediagnosen

Werden Patienten von ambulanten Kollegen eingewiesen, dann bringen Sie meistens einen entsprechenden Krankenhauseinweisungsschein mit. Dieser enthält neben den entsprechenden Patientendaten auch Einweisungsdiagnosen und Arbeitsaufträge als Begründung für die Krankenhausaufnahme. Dabei lassen mitunter die ein oder anderen Tippfehler dem aufmerksamen Leser ein Schmunzeln entlocken. Hier nun eine Auswahl der besten Einweisungsdiagnosen.


„Leberzirrhose bei Zustand nach CO2-Abusus“

Rein wörtlich genommen ist der Einweisungsgrund bei diesem Patienten ein bindegewebiger, entzündlicher Umbau der Leber – zurückzuführen auf einen Missbrauch von Kohlenstoffdioxid. Auch wenn diese Kausalkette irrational erscheint so würde doch vermutlich eine entsprechende Therapie der Schnüffelnase, die vermutlich zeitlebens ihr Dasein in stickigen Räumen verbracht hat, in der Konsquenz die Verabreichung von Sauerstoff sein. Was uns der einweisende Hausarzt eigentlich mitteilen wollte war, dass bei dem Patienten ein langjähriger Überkonsum von Alkohol zu diesem Krankheitsbild geführt hat. Der Alkohol chemisch abgekürzt wird häufig als „C2“ bezeichnet. Von daher hat sich einfach ein Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen und ein erstauntes „O“ bewirkt.


„Scharmbeinfraktur“

Diesen berühmten Knochen tragen wohl diejenigen unserer Mitbürger, die ganz besonders viel „Charme“ versprühen. Umso bedeutsmer ist es nun, wenn eben dieser Knochen aus unglücklichen Umständen heraus bricht. Dann gilt es möglichst schnell den entsprechenden Vorzustand wiederherzustellen. Hierbei kann ein operatives oder konservatives Vorgehen erwogen werden.